St. Nicolaiheim


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September 2010

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Historie

Die Grundlagen der Diakonie entstanden um 1860 durch Personen wie Johann-Hinrich Wichern, die Vorträge zur Thematik „Berufe der Nichtgeistlichen für die Arbeit im Reiche Gottes und den Bau der Gemeinden“ eine Welle der ehrenamtlichen Helfer (heute ehrenamtlichem Bürgerengagement genannt) hervorrief.

1867 begann die direkte Arbeit mit der Eröffnung einer Sonntagsschule in Kiel. Bis zum Jahre 1891 entstanden noch drei Mädchenhorte, die aber nicht auf Dauer ausreichten, da einige Kinder unbedingt ihre Herkunftsfamilien verlassen mussten, damit sie sich entfalten konnten.

Im Jahre 1897 erhielt der Vorläufer des heutigen Vereins der „Frauenverein für das St. Nicolaiheim der Mädchenhorte“ ein Landhaus in Sundsacker an der Schlei als Schenkung.

1902 wurde dann aus dem Vorverein und diversen Unterstützungskreisen der St. Nicolaiheim Sundsacker e.V. gegründet.

Jahresbericht 1914

Zwischen den Jahren 1902 und 1933 entstanden in Sundsacker und in Kiel mehrere Wohngruppen für Mädchen sowie eine Haushaltungsschule mit staatlicher Anerkennung (1932).

1933 wurde der Vereinszweck durch Inbetriebnahme des Altenheims in Kiel erweitert. Neben der klassischen Jugendhilfe war nun die Altenarbeit ein weiterer Baustein der sozialen Angebote.
Unter Angabe von fadenscheinigen Begründungen seitens der Gestapo wurde 1939 der Betrieb der Haushaltungsschule untersagt. Und dann die gesamten Immobilien des Vereins ab 1941 von der Provinzialverwaltung angepachtet.

Schreiben zur Rettung des Heimes

Die Rettung der Kinder aus dem Waisenhaus „Bormannstift“ zu Graudenz

Nach Kriegsende nahm der Verein 1946 seine Arbeit in Sundsacker und 1949 in Kiel auf. Die Häuser und Einrichtungen waren nach der schwierigen Rückabwicklung der quasi Enteignung in einem desolaten Zustand, so dass bis 1950 ein Heimbetrieb nur unter schwierigsten Bedingungen möglich war.

In den Jahren 1950–1970 entstanden auf dem Hauptgelände des Vereins, in Sundsacker an der Schlei, mehrere Wohngruppen und auch therapeutische Angebote für Mädchen und nun auch Jungen.

Ab 1970 nahm der Verein im Rahmen der Jugendhilfe immer mehr Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten auf, so dass zusätzlich zu den Erweiterungen der Jugendhilfe neue Wohneinrichtungen für Menschen mit Behinderungen entstanden.

Um den Kindern eine gute Beschulung zu ermöglichen, entstand eine öffentlich rechtliche Schule in Trägerschaft des Heimes in Sundsacker.

Zusätzlich zu den Angeboten für Kinder und Jugendliche bestand im Land Schleswig-Holstein ein Bedarf an Heimplätzen für Menschen mit schwerst-mehrfacher Behinderung.

1986 entstand diese damals einzigartige Einrichtung in der Nähe von Sundsacker.

Da die Menschen mit Behinderung, die in den Wohngruppen für Kinder und Jugendliche älter wurden, entstand die Nachfrage nach Beschäftigungs- und Wohnmöglichkeiten für die erwachsenen Menschen der Einrichtung. So entstand 1989 die Werkstatt für behinderte Menschen in Kappeln, sowie die erste Wohngruppe.

1992 wurde der Wohnbereich um 17 Plätze erweitert. Die „Alte Jugendherberge“ in Kappeln wurde zu einer Wohnstätte umgebaut.
Als ein weiteres Beschäftigungsfeld übernahm 1996 die Werkstatt das alte historische Sägewerk als „Working Museum“.
Durch steigende Nachfrage an Werkstattplätzen wurde 1997 die bestehende Werkstatt um 60 Plätze erweitert.

1999 wurden die Strukturen des Vereins den veränderten Rahmenbedingungen angepasst. Mit Bau eines neuen Verwaltungsgebäudes in Kappeln wurde der Vereinssitz nach Kappeln verlegt.

Damit den Menschen der Einrichtung des St. Nicolaiheim Sundsacker e.V. und der Region Kappeln eine bessere berufliche Perspektive zur Verfügung steht, wurde Ende 2001 die Dienstleistungsgesellschaft Kappeln mbH gegründet. Hier werden Menschen mit einer Behinderung, Menschen ohne Schulabschluss oder Menschen, die langzeitarbeitslos sind, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, die nicht gefördert oder bezuschusst werden, angeboten.

Im Jahr 2002 wurden weitere Planungen und Neubauten umgesetzt. Auch im finanziell schwierigen Arbeitsfeld der Jugendhilfe werden Zukunftsinvestitionen wieder getätigt.

Durch neue Arbeitsfelder im Werkstattbereich und den damit verbundenen zusätzlichen Aufträgen entstand die Notwendigkeit der Erweiterung des Werkstattbereichs. Ein Produktionsbereich für die Elektrofertigung wurde 2005 neu geschaffen.