Angebote für Kinder
und Jugendliche

Zusatzangebot „Schulische Integration“

Die schulische Integration (SI) ist eine Schulersatzmaßnahme ausschließlich für Kinder und Jugendliche im schulpflichtigen Alter, die in den Wohngruppen des Jugendhilfebereiches des St. Nicolaiheim e. V. leben.

Hier haben Kinder und Jugendliche, die für eine unbestimmte Zeit aus den unterschiedlichsten Gründen nicht regelbeschulbar sind, die Möglichkeit, zur Schule zu gehen, ihren Alltag zu strukturieren und sich auf die Wiedereingliederung in einer öffentlichen Schule vorzubereiten.

Das Angebot ist sowohl für normal begabte als auch für lernbehinderte Kinder und Jugendliche gedacht und wird individuell an die Bedürfnisse, die Fähigkeiten und den Leistungsstand jedes einzelnen Schülers angepasst.

Detaillierte Vorstellung

Die Gründe für die Verweigerungshaltung der Mädchen und Jungen, die an diesem Zusatzangebot teilnehmen, sind für jeden Einzelnen sehr individuell und komplex. Mehrere Gründe sind ausschlaggebend für Schulabsentismus oder Unterrichtsboykott, häufig werden genannt:

  • Misserfolgserlebnisse in der Vorgeschichte aufgrund von Überforderung
  • gescheiterte Schulbesuche in der Vergangenheit
  • bereits langer Schulabsentismus aufgrund von Klinikaufenthalten, Hilflosigkeit von Eltern/Erziehungsberechtigten
  • Impulskontrollverlust, ADHS-Problematik
  • sozial-emotionale Störung
  • autistische Störungsbilder
  • Unfähigkeit, den Alltag zu meistern aufgrund früherer Traumatisierung
  • große Abweichungen zwischen Schul- und Lebenswelt

Pädagogik, Räumlichkeiten & personelle Ausstattung

Am Leitbild der Einrichtung orientiert, ist das Grundsätzliche und Wesentliche im Umgang mit den Schülerinnen und Schülern eine wertschätzende Grundhaltung des Erwachsenen.

Der Unterricht findet in der Regel außer in den Schulferien des Bundeslandes Schleswig-Holstein montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 12:00 Uhr statt. Der Zeitraum der Teilnahme am Unterricht wird individuell festgelegt und richtet sich nach den Fähigkeiten, Bedürfnissen und Möglichkeiten jedes einzelnen Kindes und Jugendlichen. Ebenso ist der Tagesablauf strukturiert und bietet feste Bezugsgrößen.

Die Räumlichkeiten befinden sich in der Gemeinde Dörphof und sind daher für die Kinder und Jugendlichen aus den umliegenden Wohngruppen gut erreichbar. Die Räumlichkeiten der SI bestehen aus mehreren unterschiedlich großen Gruppen- und Arbeitsräumen und bieten die Möglichkeit zum Angebot differenzierter Einzel- oder Gruppenarbeiten.

Ein festes Team aus Lehrkräften und sozialpädagogischen Fachkräften bietet Sicherheit und arbeitet dabei Hand-in-Hand nach gemeinsam erstellten und ständig überprüften Förderplänen der einzelnen Schüler. Die Förderung der Motivation zum Schulbesuch und der schulischen Lern- und Leistungsbereitschaft, die Festigung der Sozialkompetenz und die Unterstützung bei Konfliktlösungen sind ebenso wie die Wissensvermittlung und das Aufarbeiten von Unterrichtsmaterialien ein wesentlicher Bestandteil der täglichen Arbeit.

Die Zusammenarbeit mit den jeweiligen Wohngruppen der Kinder und Jugendlichen ist dabei von großer Bedeutung, so dass auch in Krisensituationen schnell und bedarfsgerecht gehandelt werden kann.

Die Maßnahme mit dem Ziel der Wiedereingliederung der Kinder und Jugendlichen in eine öffentliche Schule soll grundsätzlich so lang wie nötig, aber auch so kurz wie möglich dauern, damit die Schülerinnen und Schülern die größtmögliche Chance auf Bildung und einen Schulabschluss haben.

Ziele, Integration & Kooperationen

Durch gezielte Unterstützung und Förderung soll eine Wieder- bzw. Ersteingliederung der Kinder und Jugendlichen in eine öffentliche Regelschule erreicht werden, damit die gesetzliche Schulpflicht erfüllt wird und der bestmögliche Bildungsabschluss erzielt werden kann.

Von Anfang an besteht ein enges Netzwerk zwischen der schulischen Integration, der zuständigen Schule (Einsicht der Schülerakte, evtl. Erhalten von Unterrichtsmaterialien) und der Wohngruppe, in dem die Schülerin oder der Schüler lebt. Bei Bedarf nehmen Mitarbeitende der SI auch an Team- oder Hilfeplangesprächen teil.

Die Erst- beziehungsweise Wiederintegration der Schülerin bzw. des Schülers beginnt mit der Integration in die jeweilige Schule. Begonnen wird dabei mit Kurzkontakten, sogenannten Schnuppertagen, deren Anzahl individuell und dem Kind/Jugendlichen entsprechend festgelegt wird. Diese werden zunehmend gesteigert und zuweilen begleitet. Fortlaufend werden Gespräche mit der Schule und dem Kind/Jugendlichen geführt, um zum einen die Integration leichter zu gestalten sowie eng zu begleiten und zum anderen kann in Krisensituationen schnell und bedarfsgerecht interveniert werden.

Mit dem Leistungsträger wird im Rahmen der Hilfeplanung die Notwendigkeit der Teilnahme an der Maßnahme „Schulische Integration“ festgestellt.

Hierbei handelt es sich um ein Zusatzangebot, für das in unserer Entgeltvereinbarung ein gesonderter Entgeltbestandteil vereinbart ist.

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