Wohnen für
Erwachsene

Arbeiten mit intensiver Assistenz (AmiA)

Das „Arbeiten mit intensiver Assistenz“, kurz AmiA, beinhaltet individuellen Beistand bei der Teilhabe am Arbeitsleben und somit individualisierte, tagesstrukturierende Angebote als Maßnahmen der Eingliederungshilfe nach dem SGB IX.

Seit 2004 sind diese Angebote integraler Bestandteil der Leistungs- und Vergütungsvereinbarung der Wohnstätten für Menschen mit außerordentlichem und besonderem Hilfebedarf. Die vereinsinterne Tagesstruktur bietet neben der Werkstatt für behinderte Menschen (WfbM) eine Alternative für die nicht oder nicht mehr werkstattfähigen Leistungsberechtigten des St. Nicolaiheimes.

Im Einzelfall steht sie auch als teilstationäre Maßnahme zur Verfügung – für Menschen aus der Region, zum Beispiel wenn diese im Elternhaus leben und nicht in die Werkstatt für Menschen mit Behinderung eingegliedert werden können.

Den Leistungsberechtigten mit Schwerst- und Mehrfachbehinderungen des St. Nicolaiheimes werden entsprechend dem Normalisierungsprinzip und dem „Zwei-Milieu“-Ansatz folgend tagesstrukturierende Angebote im Sinne der Förderung und Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und Gesellschaft außerhalb ihrer Wohnstätte gemacht. Die Förderung erfolgt individualisiert und orientiert sich an den Ressourcen des Einzelnen sowie an den Zielen der Teilhabeplanung des jeweiligen Leistungsträgers.

Die AmiA-Gruppen finden wochentags täglich circa 4 bis 6 Stunden statt.

Die Förderarbeit wird von den individuellen Verhaltensbesonderheiten der Menschen mit Behinderungen bestimmt. Hierbei gibt es aktuell drei Schwerpunkte, zu denen die Leistungsberechtigten bedarfsorientiert zugeteilt werden.

  1. Werkstattnahes Arbeiten
  2. Basale Förderung & Wahrnehmung, inklusive Seniorenangebot
  3. Mobiles & naturpädagogisches Arbeiten

In allen Gruppen gibt es feste, wiederkehrende Strukturen und Abläufe sowie konstantes Fachpersonal. Diese Basis gibt den Menschen Sicherheit und Orientierung und ermöglicht im nächsten Schritt ein individuelles ressourcenorientiertes Lernen und Entwickeln von Handlungs- und Sozialkompetenz.

Alle AmiA-Tagesstruktur-Gruppen arbeiten nach einem Wochenplan, der Förder-, Arbeits- und Aktionsangebote umfasst.

Übergreifende Ziele der Förderarbeit in allen Gruppen liegen in der Kommunikationsanbahnung und
-unterstützung, dem Erhalt von lebenspraktischen Fähig- und Fertigkeiten und der Vermittlung sozialer Handlungskompetenz, mit dem Vorhaben, eine umfangreiche Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und im öffentlichen Umfeld zu ermöglichen.

Die Förderung des Sozialverhaltens erfolgt zugleich einfühlsam und mit der notwendigen pädagogischen Konsequenz.

Werkstattnahes Arbeiten

Dieses Angebot richtet sich an Leistungsberechtigte mit der Kompetenz, unter Anleitung manuell gezielt zu agieren.

Es gibt zwei AmiA-Gruppen in der Kappelner WfbM, die in separaten Räumlichkeiten einfache Teilschritte der Produktionsarbeit übernehmen. Weiterhin gibt es ein Werkstattprojekt, in dem einzelne Leistungsberechtigte in die Werkstattproduktion eingeführt und mit Einzelfallbegleitung integriert wurden. In Süderbrarup existiert ebenfalls eine werkstattnahe Gruppe, die im kreativ-handwerklichen Bereich Zuarbeiten für den Verkauf der Kappelner Werkstätten übernimmt.

Basale Förderung & Wahrnehmung

In diesen Gruppen geht es um die vielfältige Anregung und Unterstützung der sieben Sinne: das Hautempfinden (taktile oder somatische Wahrnehmung), die Tiefensensibilität (vibratorische Wahrnehmung über Muskeln, Sehnen und Bänder), den Gleichgewichtssinn (vestibuläre Wahrnehmung), das Schmecken (gustatorische Wahrnehmung), das Riechen (olfaktorische Wahrnehmung), das Hören (auditive Wahrnehmung) und das Sehen (visuelle Wahrnehmung). Menschen mit schwerer Beeinträchtigung sind bei der Erfahrung von gezielten körperlichen Reizen auf fremde Hilfe angewiesen. Deshalb hat die Förderung der Körperwahrnehmung einen hohen Stellenwert. Körpererfahrungen dienen der Orientierung und stärken die Selbstwahrnehmung und das Wohlbefinden.

Die basalen Förderangebote finden in den AmiA-Gruppen Süderbrarup und Dörphof statt. Weiterhin gibt es in Süderbrarup eine Gruppe für Senioren, in der gemäß dieses Schwerpunktes gefördert und aktiviert wird.

Mobiles und naturpädagogisches Arbeiten

Zu mobilen und naturpädagogischen Arbeiten zählen Angebote für Leistungsberechtigte, die sowohl starke Bindungspartner als auch den Bewegungsfreiraum für das Lernen im Kleinteam benötigen.

Eine Gruppe ist mobil mit einem Kleinbus in der Region unterwegs und steuert Plätze in der Natur und in der Zivilisation an, um eine vielfältige Förderung der Wahrnehmung und der Sozialkompetenzen anzuregen. Dies geschieht sowohl während der Busfahrten als auch in der Natur. Zudem erledigt die Gruppe Einkäufe und Auftragsfahrten für die anderen Gruppen.

Eine weitere Gruppe mit dem Fokus auf naturpädagogisches Arbeiten ist an die Wohnstätte Mehlbyhuus angegliedert. Das naturpädagogische Lernen und Arbeiten findet auf dem Außengelände und im angrenzenden Wald statt. Hierbei geht es neben den schon genannten Förderinhalten um den respektvollen Umgang mit der Natur und um das Erleben von Witterung und Jahreszeiten. Die Natur bietet vielfältige Materialien, z. B. für eine ganzheitliche Wahrnehmungsförderung, d. h. aller Sinne, oder zum Konstruieren und Experimentieren. Gleichzeitig sorgt die Umgebung mit ihren ausschließlich natürlichen Reizen für Ruhe, Entspannung  und Stressabbau.

Diese Gruppe ist neu und aktuell im Aufbau.

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